96 scheitert an sich selbst: "Zum wiederholten Male nicht genug"

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Hannover 96 traf am Sonntag spät, doch der VfL Bochum traf noch später – und ließ die Roten trotz guter Leistung mit leeren Händen heimfahren. Die Spieler der Niedersachsen suchten vergebens nach Worten, während es für Cheftrainer Kenan Kocak nun eng werden könnte. Selten war Hannover in der 2. Bundesliga schlechter, als in der aktuellen Phase.

"Waren völlig feldüberlegen"

Drei Niederlagen in Folge, acht Partien ohne Sieg. Dem Abstiegs-Relegationsrang sind die ambitionierten Hannoveraner näher, als dem Aufstiegskampf. Ein turbulenter Auftritt in Bochum endete mit einer 3:4-Niederlage, obwohl die Niedersachsen in der letzten Minute selber trafen. "Das ist sehr bitter für uns", hielt Kenan Kocak nach Abpfiff fest, während Marvin Ducksch auf Anhieb ohne Fazit blieb: "Es ist sehr schwer für mich, die richtigen Worte zu finden." In der Rückrunde verspielte Hannover bislang alles, sind nach Osnabrück das Team mit der geringsten Punkteausbeute. Wie geht es weiter?

Zunächst einmal wird die Pleite in Bochum aufgearbeitet. Schlecht hat es beim Tabellenführer gar nicht ausgesehen. "Wir sind sehr gut gestartet, waren völlig feldüberlegen und haben viele Chancen gehabt", fasste Kocak zusammen – und könnte eigentlich zufrieden sein. Denn seine Mannschaft ging in Führung und verarbeitete anschließend drei Nackenschläge. Ein Punkt durch den vermeintlichen Last-Minute-Treffer zum Ausgleich wäre nicht unverdient gewesen. Doch Kocak weiß, woran es hackt: "Ich kann meiner Mannschaft kaum etwas vorwerfen, außer dass wir zum wiederholten Male nicht genug aus unseren Chancen gemacht haben." Obwohl drei Buden gelangen.

Rückendeckung vom Team

"Jeder Einzelne, egal ob auf oder neben dem Platz, hat heute alles gegeben", bestätigte auch 96-Stürmer Ducksch den Eindruck, dass die Hannoveraner sich im letzten Saisondrittel längst nicht aufgegeben haben. Das liegt auch an Kocak, wie der Angreifer gegenüber der "Bild" festhielt: "Der Trainer hilft uns dabei." Klar ist aber auch, dass es für Hannover um nichts mehr geht. Der Aufstiegszug ist lange abgefahren, für den Abstiegskampf sollten die Niedersachsen genügend Puffer haben. Ernüchternd ist der Rückrundenverlauf dennoch, schon vor der 3:4-Pleite sprach Klubboss Martin Kind von möglichen Endspielen für den Coach.

"Damit beschäftige ich mich momentan nicht", verwies Kocak gegenüber dem Bericht auf "andere Herren", welche die Trainerfrage beantworten müssten. Der Coach, dessen Vertrag in Hannover noch bis 2023 gilt, will erst einmal die Partie gegen Bochum "sacken lassen". Die Art und Weise der Niederlage "ist schwer zu akzeptieren und schwer zu verkraften". Am Ende war es Routinier Robert Tesche, der die Hausherren nach einem Standard jubeln ließ. Philipp Ochs, zuvor noch selbst gefeiert, hielt fest: "Davon haben wir diese Saison schon zu viele kassiert, und daran müssen wir arbeiten."

Kind: "Vorstellung macht Hoffnung"

Ob Kocak dafür noch die Gelegenheit bekommt? Martin Kind zeigte sich jedenfalls von der Leistung überzeugt. "Die Vorstellung in Bochum macht trotz der unglücklichen Niederlage Hoffnung für die nächsten Spiele", erklärte der Klubboss tags darauf auf der 96-Homepage. Zwar sei die Situation insgesamt nicht zufriedenstellend, doch das lag am Sonntag nicht am Trainer. "Die Mannschaft hat die Herausforderung beim Spitzenreiter angenommen und eine ordentliche Leistung mit viel Kampfgeist gezeigt", so Kind zuversichtlich. Am Mittwoch (18:30 Uhr) sollte dennoch ein Sieg gegen Regensburg her, um die Thematik vollständig zu beenden.