50+1: So viele Anteile haben die Bundesligisten verkauft

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Konstantin Keller

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Die Diskussion um eine mögliche Abschaffung der 50+1 Regel erhitzt landesweit die Gemüter. Erhöhte Wettbewerbsfähigkeit versprechen sich die Befürworter einer Abschaffung, Verkauf der Klubseelen bemängeln diejenigen, die die Regel keinesfalls gekippt sehen wollen.

Zwölf von 18 Bundesligisten haben im Rahmen der 50+1 Regelung nämlich bereits Investoren beziehungsweise „strategische Partner“ ins Boot geholt und denen Kapitalanteile verkauft. Gänzlich darauf verzichtet haben bislang der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, Schalke 04, Mainz 05, der SC Freiburg sowie Werder Bremen.

Doch wieviele Kapitalanteile veräußerten die übrigen zwölf Bundesligisten, und wer gab am meisten ab?

12. Hertha BSC (9,7 Prozent)

9,7 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA veräußerten die Berliner an den US-amerikanischen Investor KKR, unter anderem erwarb der Hauptstadtklub mit dem gewonnen Geld Transfer- und Cateringrechte zurück, die zuvor veräußert werden mussten.

11. VfB Stuttgart (11,75 Prozent)

Die Daimler AG erwarb 11,75 Prozent an der VfB Stuttgart AG des schwäbischen Traditionsklubs, der sich damit für den Wettbewerb besser aufstellen wollte. Ausgegliedert haben die Weiß-Roten ihre Profiabteilung übrigens erst im Sommer vergangenen Jahres.

10. Hamburger SV (23,81 Prozent)

20,57 der insgesamt veräußerten Anteile an der Hamburger SV Fußball AG gehören Klaus-Michael Kühne, der nicht nur immer wieder mit großzügigen Investments in Spieler, sondern auch mit öffentlichen Rundumschlägen auffällt. 3,24 Prozent sind als Streubesitz veräußert worden.

9. FC Bayern München (24,99 Prozent)

Der Rekordmeister hat bislang jeweils 8,33 Prozent an die strategischen Partner adidas, Allianz und Telekom verkauft. 75,01 Prozent des Stammvereins liegen somit noch beim FC Bayern.

8. Eintracht Frankfurt (32,12 Prozent)

Die verkauften Prozentanteile der SGE an ihrer Eintracht Frankfurt Fußball AG verteilen sich auf die „Freunde der Eintracht AG“ (28,55 Prozent), hinter der sich nach Berichten der „FNP“ die Hessische Landesbank, die BHF-Bank, das Bankhaus von Metzler und die DZ-Bank verbergen, sowie auf die Steubing AG (3,57 Prozent), die ursprünglich auch zur ersteren AG gehörte.

7. Borussia Dortmund (94,5 Prozent)

Der BVB, genauer gesagt die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA, ist ein börsennotiertes Unternehmen. Ein Großteil der verkauften Prozente daran teilt sich auf Streubesitz auf (69,27 Prozent), doch auch der langjährige Hauptsponsor Evonik (14,8 Prozent), Signal Iduna (5,43 Prozent) und Ausrüster Puma (5 Prozent) sitzen mit im schwarz-gelben Boot.

6. TSG Hoffenheim (96 Prozent)

Die TSG hat 96 Prozent der Anteile ihrer TSG 1899 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH veräußert. An wen? Na klar, Dietmar Hopp.

3. FC Augsburg & RB Leipzig (jeweils 99 Prozent)

Augsburgs Präsident Klaus Hofmann wird es wohl nicht so gerne sehen, in einer Kategorie mit RB Leipzig genannt zu werden. Der angriffslustige FCA-Präsident stichelte in der Vergangenheit gerne und oft gegen den Mateschitz-Klub, rein formal hält seine Hofmann Investoren GmbH allerdings ebenfalls 99 Prozent an der GmbH & Co. KGaA der bayerischen Schwaben – genau wie die Red Bull GmbH am Leipziger Klub. Dass das Engagement abgesehen davon dennoch nur sehr schwer zu vergleichen ist, zeigen jedoch alleine die finanziellen Aufwendungen der beiden Vereine.

1. Bayer Leverkusen, Hannover 96 & VfL Wolfsburg (jeweils 100 Prozent)

Die Bayer AG ist alleinige Gewerkschafterin der Bayer 04 Leverkusen Fußball GmBH, während der VfL Wolfsburg und dessen Fußball GmbH eine hundertprozentige Tochter der geldgebenden Volkswagen AG ist. Bei Hannover, eine GmbH & Co. KGaA, ist das etwas anders – die KG gehört den vier Gesellschaftern, der eingetragene Verein (e.V.) fungiert dabei allerdings gleichzeitig als sogenannter Komplementär. Denn nur auf diese Art und Weise kann 50+1 bei den Roten gewahrt werden.