1039 Punkte: Deshalb elektrisiert das Duell Klopp vs. Pep | OneFootball

1039 Punkte: Deshalb elektrisiert das Duell Klopp vs. Pep

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Steven Gerrard ist in seiner herausragenden Karriere beim FC Liverpool ein großer Traum unerfüllt geblieben. Das Mittelfeld-Ass gewann die Champions League, den UEFA Cup und diverse Pokalwettbewerbe in England; die Meisterschaft in der Premier League blieb ihm verwehrt. Am Sonntag kann er den Reds im Titelkampf dringend benötigte Schützenhilfe leisten.

Gerrard ist heute Trainer von Aston Villa, dem letzten Gegner von ManCity in der Premier-League-Saison. Nur im Falle eines Punktverlusts des Titelverteidigers hat Liverpool noch die Chance, mit einem Sieg gegen die Wolverhampton Wanderers an den Skyblues vorbeizuziehen. Bei allen großen Namen, die in den beiden relevanten Spielen auf dem Feld stehen, konzentriert sich im Vorfeld doch fast alles auf die Persönlichkeiten an den Seitenlinien. Medien auf der ganzen Welt stilisieren den Meisterkampf der größten Liga auf ein Privatduell von Jürgen Klopp und Pep Guardiola.

Menschenfänger gegen Professor

Auf der einen Seite steht der joviale Menschenfänger Klopp, der mit seinem breiten Grinsen und der lauten Lache seit über 20 Jahren nicht nur die Fans der eigenen Klubs verzaubert, sondern auch viele vermeintlich neutrale Beobachter in seinen Bann zieht. Auf der anderen Seite steht der Fußball-Professor Guardiola, der zeitweise den Glauben an die Perfektion in einem eigentlich unperfekten Sport aufleben lässt, wegen seines regelmäßigen Scheiterns in der Champions League inzwischen aber doch arg menschelt. Dass sich Klopp und Pep dem Vernehmen nach privat ganz gut verstehen, spielt im Vorfeld eines spannenden Saisonfinales keine Rolle.

Erinnerungen an Wenger vs. Sir Alex

Die beiden Trainer-Persönlichkeiten haben die Premier League in den vergangenen Jahren in beeindruckender Weise dominiert. Auch wenn sie ganz andere Typen sind, lassen der Deutsche und der Katalane gewissermaßen Erinnerungen an frühere Zeiten gedeihen, in denen Arsene Wenger mit dem FC Arsenal Liebling der Massen war, Sir Alex Ferguson mit Manchester United für gewöhnlich aber das etwas erfolgreichere Team war. Es ist kein perfekter Vergleich, zum Beispiel weil Liverpool in Sachen Pokalwettbewerben inzwischen doch einen klaren Vorsprung auf ManCity hat. Die Reds wollen kommende Woche zum zweiten Mal unter Klopp die Königsklasse gewinnen, Guardiola stand mit den Skyblues erst einmal im Finale.

Pep vor vierter Meisterschaft oder Klopp vor der zweiten?

Zunächst aber gilt es, die Premier League zu entscheiden. Die Trümpfe liegen in der Hand von Pep und Manchester City, das nach 2012, '14 und '19 zum vierten Mal am 38. Spieltag mit einem Fuß über der Ziellinie schwebt. Auch für den 51-Jährigen wäre es der vierte Meistertitel mit dem Klub. Sollten Liverpool und Klopp den Titelverteidiger noch abfangen, wäre es die zweite Meisterschaft der Reds in der Premier-League-Ära und unter dem deutschen Kult-Coach. Dass sich beide Trainer und ihre Teams gegenseitig zu absoluten Ausnahmeleistungen treiben, zeigt dabei auch die Statistik. In den sechs Spielzeiten, in denen Klopp und Guardiola gleichzeitig in der englischen Eliteklasse gearbeitet haben, holten ihre Teams bislang 1039 Punkte. 505 gehen auf das Konto von Liverpool, ManCity holte 534. 17 der 29 Punkte Unterschied entfallen auf die Saison 2020/21, in der der LFC große Verletzungsprobleme hatte. In den fünf übrigen Spielzeiten lagen im Durchschnitt also nur 2,4 Punkte zwischen den wohl besten Vereinsmannschaften der letzten Jahre in Europa.

Liverpool unter Klopp

2016/17 76 Punkte

2017/18 75 Punkte

2018/19 97 Punkte

2019/20 99 Punkte, Meister

2020/21 69 Punkte

2021/22 bisher 89 Punkte

Manchester City unter Guardiola

2016/17 78 Punkte

2017/18 100 Punkte, Meister

2018/19 98 Punkte, Meister

2019/20 81 Punkte

2020/21 86 Punkte, Meister

2021/22 bisher 91 Punkte

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